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Korruptes Dateisystem – Datenrettung mit Time Machine und Drobo

Mein Tag fing an wie immer! Frühstücken mit meiner Freundin – Latte Macchiato und Toast. Danach kurz E-mails checken. Mein Notebook und das Netzgerät untder den Arm klemmen und ab zur Arbeit. Dort angekommen wird alles ordentlich verkabelt und ab geht die wilde Fahrt. Weit gefehlt! Das erste Kuriosum was mir auffällt ist, dass skype sich nicht mehr verbinden kann. Na gut denk ich, auch die haben mal Computerprobleme, ohne zu ahnen, dass ich das Problem hatte! Ich will vorsichtshalber in meinem Schlüsselbund das Skype Passwort raussuchen und es mal auf der Skype webseite versuchen. Mein Gesicht :O hätte ich gerne gesehen, als ich die gähnende Leere in meinem Schlüsselbund sah! Alles weg, aber wirklich alles. Nicht nur sämtliche Passwörter für Webseiten und installierte Anwendungen, sondern auch die sicheren Notizen mit allen Lizenzschlüsseln meiner gekauften Software. Na großartig! Boot tut gut denke ich, und starte den Rechner neu.

Dieser Zahn wurde mir ca. 30 Sekunden nach ertönen des allseits beliebten C-Dur Akkordes aus den Lautsprechern meines MacBooks gezogen. Denn der Bildschirm wurde erneut schwarz und der Rechner startete erneut. Dies hätte sich noch bis in die Unendlichkeit fortgesetzt … doch da kam mir eine Idee. Durch drücken der Taste V während des Bootvorganges wird der “Verbose Mode” gestartet, welcher zusätzliche Informationen auf dem Bildschirm ausgibt. Alles sieht normal aus. Speicher und Festplatten werden erkannt, doch eine Zehntel Sekunde vor dem erneuten Start erblicken meine Augen viel Text, der irgendwas mit disk error enthält. Ein Hauptgewinn am Montag morgen.

Nachdem ich von meiner neuen Snow Leopard DVD gebootet hatte, probierte ich das Dateisystem auf dem MacBook zu reparieren. Doch bereits nach wenigen Sekunden wurde mir der nächste Schlag versetzt. In großen roten Buchstaben stand zu lesen:

The volume MacOSX could not be repaired. Error: Filesystem verify or repair failed.

Ganz grosses Kino, also ab zurück nach Hause. Der Tag war dahin …

Zu Hause wieder von der Snow Leopard DVD booten, weil ich die Leopard DVD nicht finden konnte. Nach dem Booten gibt es sogar die Möglichkeit mit einem kabellosen Netzwerk zu verbinden. Mein Backup befindet sich auf meinem Drobo nebst Drobo Share. Dank einer Erweiterung läuft ein AFP Daemon auf dem Drobo Share, der eine Time Capsule simuliert. Doch leider konnte kein Backup im Netzwerk gefunden werden. Warum sollte heute auch etwas auf Anhieb klappen? Nach umständlichen “herunterfahren” des Drobo Share habe ich den Drobo direkt per USB an mein MacBook angeschlossen. Und siehe da, es wurden Backups gefunden. Doch leider war das neueste gut 2 Monate alt. Naja, besser als nichts. Wenn der Rechner erstmal wieder läuft, kann man der Frage auf den Grund gehen, wo die anderen Backups sind. Schließlich wurde heute morgen um 9:10 das letzte Backup erfolgreich abgeschlossen, irgendwo muss es ja sein. Ich wählte also das neueste Backup aus, in freudiger Erwartung, meinen Rechner in ca. 2-3 Stunden wieder in Betrieb nehmen zu können. Leider dauerte es schon allein eine gute Stunde, bis Time Machine das Backup untersucht hatte, um festzustellen, dass es tatsächlich auf die eingebaute SSD Festplatte passt. Weitere 7 Stunden vergingen, bis das Backup von ca. 180 GB zurück gespielt war. Es war ein gutes Gefühl, als der Rechner wieder bootete. Wenn auch noch mit dem alten Stand von Juli.

Um Time Machine mit einer im Netz freigegebenen AFP Freigabe zu betreiben, muss man ein so genanntes SparseBundle anlegen. Das ist eine mitwachsende Imagedatei, die mit Mac OS 10.5 eingeführt wurde. Was ich nicht wusste ist, dass diese Datei eigentlich ein Verzeichnis ist, welches in verschachtelten Unterverzeichnissen, den so genannten Bands die eigentlichen Nutzdaten ablegt. Direkt im Oberverzeichnis des Drobo lag ein Sparsebundle: chrisbook_002500a9495c.sparsebundle. Im Unterverzeichnis DroboCapsule lag ein weiteres, gleichnamiges Bundle, welches die neuen Backups enthielt. Leider konnte das Time Machine Restore Programm auf der Mac OS X DVD keine Unterverzeichnisse durchsuchen, oder gab sich mit dem ersten gefundenen zufrieden. Nachdem ich die Sparsebundles ausgetauscht habe, ging der Spass von vorne los:

  1. Mac OS X Installations DVD Booten
  2. Time Machine Restore Programm starten
  3. Neuestes Backup auswählen
  4. Backup und verfügbaren Platz auf dem Rechner überprüfen lassen
  5. Backup zurück spielen

Am frühen Morgen war es dann vollbracht. Der Rechner war vollständig wieder her gestellt. Einzig der Spotlight Index musste komplett neu erstellt werden. Bei 180GB nahm das gut 4 Stunden in Anspruch. Was den Fehler genau verursacht hat, war leider nicht zu ergründen. Ich hoffe nicht, dass es erste Ausfallerscheinungen meiner SSD Platte sind. Der S.M.A.R.T Status ist ok, also hoffen wir das beste. In diesem Sinne: “Backup early, backup often!”

  1. 10. September 2009, 01:51 | #1

    Was ist das denn für eine AFP Erweiterung auf dem (der?) Drobo? Mein Backup-Szenario sieht nämlich derzeit folgendermaßen aus (noch nicht fertig implementiert):
    - 2 Macbooks kopieren das komplette Benutzerverzeichnis per rsync stündlich per WLAN auf Backupverzeichnisse in einem Mac mini, der auch als zentraler Mediaserver dient.
    - der Mac mini hat ne externe TimeMachine Festplatte als Backup
    Damit hab ich dann alle Rechner im Backup drin und kann sogar gelöschte Dateien wiederherstellen, da ja die Benutzerverzeichnisse der Macbooks mit in die TimeMachine Sicherungen eingehen

    Es wäre natürlich besser wenn der Mac mini als TimeCapsule arbeiten würde. Du weisst nicht zufällig ob das geht?

  2. 10. September 2009, 01:59 | #2

    Hmm… grad nochma recherchiert und gesehen dass es wohl out-of-the-box gehen muss. Komisch. Obs an der Uhrzeit liegt, dass ich das nicht gesehen hab?! ;)

  3. 10. September 2009, 09:00 | #3

    Du kannst die externe Festplatte am MacMini als AFP Share frei geben. Dort drauf legst du für jeden Mac, den du mit Time Machine sichern möchtest ein SparseBundle an. Dann richtest du auf jeden deiner Macs das Time Machine Backup ein, indem du das SparseBundle mountest und es als Backup Ort definierst. That’s it.

  4. Dieter
    4. Dezember 2009, 00:16 | #4

    Hallo

    hatte gerade exakt das gleiche Problem mit meinem MacBook Pro, welches ich vor ca. 3 Wochen auf snow leopard upgedated hatte.

    Der Fehler trat ganz merkwürdig auf. Heute den ganzen Tag an Dokumenten gearbeitet und email empfangen und versendet. Klappe das Macbook am abend zusammen, gehe nach Hause, klappe es wieder auf und komme nicht mehr ins heimische WLAN. Alle Versuche das Netzwerk neu zu starten vergeblich. Nun boote mal, dachte ich mir und dann kam das böse erwachen. Nach dem Auswahlmenu welche Partition ich booten wollte kam einmal noch Mac HD dann aber schon EFI Ladebalken und dann nichts mehr. Ausgeschaltet wieder eingeschaltet und die Mac HD Platte gab es nicht mehr, nur noch EFI.
    Mit Hilfe der Snow Leopard DVD dann Installer hochgefahren und mit den Dienstprogrammen MAc HD geprüft mit der obigen Meldung. Von da an habe ich die selben Schritte vollzogen wie beschrieben und warte jetzt aufs Christkind, bis das Backup durchgelaufen ist.

    Der Fehler trat bei mir völlig aus heiterem Himmel auf. Kein Absturz, keine neue Installation weit und breit, keine Aktionen ausser Dokumente hin und her kopiert und erzeugt.

    Irgendjemand eine Idee was das sein könnte ?????

  5. 4. Dezember 2009, 10:29 | #5

    Leider ließen sich die Logfiles auf dem defekten Dateisystem nicht mehr lesen. So war eine Fehleranalyse nicht möglich. Ich habe jedoch meine Wireless Mighty Mouse in Verdacht. Denn beim zuklappen des Notebooks war sie noch per Bluetooth verbunden. Schaltet man die Maus nach dem Einschlafen des Rechners aus, wacht er wieder auf. Ich hatte früher schon das Phänomen beobachten können, dass der Rechner nach dieser harten Trennung in einen komischen Zustand verfällt, so dass ein Login nicht mehr möglich war.

    Wie dem auch sie, 10 Sekunden nach dem Zuklappen des Notebooks habe ich es wieder geöffnet, weil mir auffiel, dass die Maus noch verbunden war. Zu diesem Zeitpunkt war der Rechner noch nicht “eingeschlafen”, aber wohl gerade damit beschäftigt sich zur Ruhe zu legen. Dann hab ich die Maus getrennt, und den Rechner wieder zu geklappt. Das Ende vom Lied: Der Rechner geht nicht mehr richtig.

    Sorry, dass ich bei der Aufklärung keine große Hilfe sein kann. Aber wie gesagt: ohne Logfiles ist das schwierig. Es sei denn, du konntest auf deiner Maschine noch irgendwas retten.

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